Rosh Hashanah 1

Kapitel 1

א אַרְבָּעָה רָאשֵׁי שָׁנִים הֵם. בְּאֶחָד בְּנִיסָן רֹאשׁ הַשָּׁנָה לַמְּלָכִים וְלָרְגָלִים. בְּאֶחָד בֶּאֱלוּל רֹאשׁ הַשָּׁנָה לְמַעְשַׂר בְּהֵמָה. רַבִּי אֶלְעָזָר וְרַבִּי שִׁמְעוֹן אוֹמְרִים, בְּאֶחָד בְּתִשְׁרֵי. בְּאֶחָד בְּתִשְׁרֵי רֹאשׁ הַשָּׁנָה לַשָּׁנִים וְלַשְּׁמִטִּין וְלַיּוֹבְלוֹת, לַנְּטִיעָה וְלַיְרָקוֹת. בְּאֶחָד בִּשְׁבָט, רֹאשׁ הַשָּׁנָה לָאִילָן, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמַּאי. בֵּית הִלֵּל אוֹמְרִים, בַּחֲמִשָּׁה עָשָׂר בּוֹ:
1 Vier Jahresanfänge gibt es: Mit dem ersten Nisan beginnt das Regierungs- und das Festjahr. Der erste Elul ist der Jahresanfang für den Zehnt vom Vieh; Rabbi El‘azar und Rabbi Simon sagen: Der erste Tischri. Der erste Tischri bildet den Jahresanfang hinsichtlich der Zeitrechnung, der Brach- und Jobeljahre, der Baumpflanzungen und der Gemüse. Mit dem ersten Sch’baṭ beginnt für den Baum ein neues Jahr nach Ansicht der Schule Schammais; die Schule Hilles aber meint: Mit dem fünfzehnten.
ב בְּאַרְבָּעָה פְרָקִים הָעוֹלָם נִדּוֹן, בְּפֶסַח עַל הַתְּבוּאָה, בַּעֲצֶרֶת עַל פֵּרוֹת הָאִילָן, בְּרֹאשׁ הַשָּׁנָה כָּל בָּאֵי הָעוֹלָם עוֹבְרִין לְפָנָיו כִּבְנֵי מָרוֹן, שֶׁנֶּאֱמַר (תהלים לג) הַיּוֹצֵר יַחַד לִבָּם, הַמֵּבִין אֶל כָּל מַעֲשֵׂיהֶם. וּבֶחָג נִדּוֹנִין עַל הַמָּיִם:
2 In vier Jahresabschnitten wird die Welt gerichtet: Am Pesaḥ in Bezug auf das Getreide, am Wochenfeste in Bezug auf die Baumfrüchte, am Neujahrstage ziehen alle zur Welt Gekommenen wie bei einer Heerschau an ihm vorüber, denn es heisst: „Der insgesamt ihr Herz gebildet, der auf alle ihre Taten achtet“, und am Hüttenfeste werden sie in Bezug auf das Wasser gerichtet.
ג עַל שִׁשָּׁה חֳדָשִׁים הַשְּׁלוּחִין יוֹצְאִין, עַל נִיסָן מִפְּנֵי הַפֶּסַח, עַל אָב מִפְּנֵי הַתַּעֲנִית, עַל אֱלוּל מִפְּנֵי רֹאשׁ הַשָּׁנָה, עַל תִּשְׁרֵי מִפְּנֵי תַקָּנַת הַמּוֹעֲדוֹת, עַל כִּסְלֵו מִפְּנֵי חֲנֻכָּה, וְעַל אֲדָר מִפְּנֵי הַפּוּרִים. וּכְשֶׁהָיָה בֵית הַמִּקְדָּשׁ קַיָּם, יוֹצְאִין אַף עַל אִיָּר מִפְּנֵי פֶסַח קָטָן:
3 Wegen folgender sechs Neumonde werden Boten ausgesandt: Wegen des Nisan mit Rücksicht auf Pesaḥ, wegen des Ab mit Rücksicht auf den Fasttag, wegen des Elul mit Rücksicht auf den Neujahrstag, wegen des Tischri mit Rücksicht auf die Richtigstellung der Feste, wegen des Kislew mit Rücksicht auf Hanukka, wegen des Adar mit Rücksicht auf Purim. Und als das heilige Haus noch stand, zogen sie auch wegen des Ijar aus mit Rücksicht auf Pesaḥ ḳaṭan.
ד עַל שְׁנֵי חֳדָשִׁים מְחַלְּלִין אֶת הַשַּׁבָּת, עַל נִיסָן וְעַל תִּשְׁרֵי, שֶׁבָּהֶן הַשְּׁלוּחִין יוֹצְאִין לְסוּרְיָא, וּבָהֶן מְתַקְּנִין אֶת הַמּוֹעֲדוֹת. וּכְשֶׁהָיָה בֵית הַמִּקְדָּשׁ קַיָּם, מְחַלְּלִין אַף עַל כֻּלָּן מִפְּנֵי תַקָּנַת הַקָּרְבָּן:
4 Wegen zweier Neumonde entweiht man den Schabbat: Wegen des Nisan und wegen des Tischri, an denen die Boten nach Syrien aufbrechen, und nach denen die Feste richtiggestellt werden. Und als das heilige Haus noch stand, entweihte man ihn auch wegen der übrigen mit Rücksicht auf die Anordung des Opfers.
ה בֵּין שֶׁנִּרְאָה בַעֲלִיל בֵּין שֶׁלֹּא נִרְאָה בַעֲלִיל, מְחַלְּלִין עָלָיו אֶת הַשַּׁבָּת, רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, אִם נִרְאָה בַעֲלִיל, אֵין מְחַלְּלִין עָלָיו אֶת הַשַּׁבָּת:
5 Ob er bei Sonnenuntergang schon zu sehen oder nicht zu sehen war, entweiht man seinetwegen den Schabbat; Rabbi Jose sagt: Wenn er bei Sonnenuntergang schon wahrgenommen wurde, entweiht man den Schabbat seinetwegen nicht.
ו מַעֲשֶׂה שֶׁעָבְרוּ יוֹתֵר מֵאַרְבָּעִים זוּג, וְעִכְּבָן רַבִּי עֲקִיבָא בְלוּד. שָׁלַח לוֹ רַבָּן גַּמְלִיאֵל, אִם מְעַכֵּב אַתָּה אֶת הָרַבִּים, נִמְצֵאתָ מַכְשִׁילָן לֶעָתִיד לָבֹא:
6 Es ereignete sich, dass mehr als vierzig Paare durchzogen, die Rabbi ‘Akiba in Lod zurückhielt. Da liess ihm Rabban Gamliel sagen: Wenn du die Menge zurückhältst, so gibst du ihnen vielleicht Veranlassung zu einem zukünftigen Ärgernis.
ז אָב וּבְנוֹ שֶׁרָאוּ אֶת הַחֹדֶשׁ, יֵלְכוּ. לֹא שֶׁמִּצְטָרְפִין זֶה עִם זֶה, אֶלָּא שֶׁאִם יִפָּסֵל אֶחָד מֵהֶן, יִצְטָרֵף הַשֵּׁנִי עִם אַחֵר. רַבִּי שִׁמְעוֹן אוֹמֵר, אָב וּבְנוֹ וְכָל הַקְּרוֹבִין, כְּשֵׁרִין לְעֵדוּת הַחֹדֶשׁ. אָמַר רַבִּי יוֹסֵי, מַעֲשֶׂה בְטוֹבִיָּה הָרוֹפֵא, שֶׁרָאָה אֶת הַחֹדֶשׁ בִּירוּשָׁלַיִם, הוּא וּבְנוֹ וְעַבְדּוֹ מְשֻׁחְרָר, וְקִבְּלוּ הַכֹּהֲנִים אוֹתוֹ וְאֶת בְּנוֹ, וּפָסְלוּ אֶת עַבְדּוֹ. וּכְשֶׁבָּאוּ לִפְנֵי בֵית דִּין, קִבְּלוּ אוֹתוֹ וְאֶת עַבְדּוֹ, וּפָסְלוּ אֶת בְּנוֹ:
7 Wenn Vater und Sohn den neuen Mond gesehen haben, sollen beide hingehen. Nicht als ob sie einander ergänzen könnten, sondern nur, damit sich, wenn der eine von ihnen zurückgewiesen wird, der andere einem dritten zugeselle. Rabbi Simon sagt: Vater und Sohn wie auch alle anderen Verwandten eignen sich zur Zeugenschaft über den Neumond. Rabbi Jose berichtet: Es ereignete sich mit dem Arzte Tobija, dass er und sein Sohn und sein freigelassener Sklave den Neumond in Jerusalem beobachtet hatten und die Priester ihn und seinen Sohn annahmen, seinen Sklaven jedoch zurückwiesen; als sie aber vor Gericht erschienen, nahm man ihn und seinen Sklaven an, während man den Sohn zurückwies.
ח אֵלּוּ הֵן הַפְּסוּלִין, הַמְשַׂחֵק בְּקֻבְיָא, וּמַלְוֵי בְרִבִּית, וּמַפְרִיחֵי יוֹנִים, וְסוֹחֲרֵי שְׁבִיעִית, וַעֲבָדִים. זֶה הַכְּלָל, כָּל עֵדוּת שֶׁאֵין הָאִשָּׁה כְשֵׁרָה לָהּ, אַף הֵן אֵינָן כְּשֵׁרִים לָהּ:
8 Folgendes sind die Untauglichen: Wer dem Würfelspiel ergeben ist, wer auf Zinsen Geld verleiht, wer Tauben fliegen lässt, wer mit Früchten des „Siebenten Jahres“ Handel treibt, und Sklaven. Die Regel ist: Zu jedem Zeugnis, für das eine Frau sich nicht eignet, sind auch jene nicht geeignet.
ט מִי שֶׁרָאָה אֶת הַחֹדֶשׁ וְאֵינוֹ יָכוֹל לְהַלֵּךְ, מוֹלִיכִין אוֹתוֹ עַל הַחֲמוֹר, אֲפִלּוּ בְמִטָּה. וְאִם צוֹדֶה לָהֶם, לוֹקְחִין בְּיָדָם מַקְּלוֹת. וְאִם הָיְתָה דֶרֶךְ רְחוֹקָה, לוֹקְחִין בְּיָדָם מְזוֹנוֹת, שֶׁעַל מַהֲלַךְ לַיְלָה וָיוֹם מְחַלְּלִין אֶת הַשַּׁבָּת וְיוֹצְאִין לְעֵדוּת הַחֹדֶשׁ, שֶׁנֶּאֱמַר (ויקרא כג), אֵלֶּה מוֹעֲדֵי ה' אֲשֶׁר תִּקְרְאוּ אוֹתָם בְּמוֹעֲדָם:
9 Wer den neuen Mond gesehen hat und nicht gehen kann, wird auf einem Esel, selbst in einer Sänfte befördert. Wenn ihnen unheimlich ist, dürfen sie Stöcke in der Hand mitnehmen. Ist es ein weiter Weg, nehmen sie Nahrungsmittel mit; denn bei einer Entfernung von einem Tagundnachtmarsche darf man den Schabbat noch entweihen, um zu einer Bekundung über den Neumond auszuziehen. Es heisst ja: Dies sind die Feste des Ewigen, heilige Berufungen, die ihr zur rechten Zeit berufen sollt.